Handwerkskunst aus Leidenschaft –

 

Da mir Anfangs nicht klar war, welche Arbeit in der Herstellung von Keramik und in der Arbeit mit Ton steckt, ist es mir ein Anliegen diesen Prozess aufzuzeigen.

In meinem Blog auf Instagram sind einige Videos zu den verschiedenen Arbeitsschritten zu finden.

1. Tonvorbereitung

Zuerst muss der Ton geschmeidig geknetet und portioniert werden, da die Tonmasse in 10kg Blöcken gelagert wird. Dabei wird ggf. eingeschlossene Luft entfernt. Bei der Portionierung wird unterschieden, welches Stück entstehen soll, so können beim Drehen gleiche Größen erreicht werden.

Entsteht eine Tasse, ist weniger Ton erforderlich, als für eine große Schüssel.

2. Entstehung auf der Töpferscheibe

Zuerst muss der Ton auf der Töpferscheibe mit Wasser zentriert werden. Das ist das A und O. Dann läuft der Ton ruhig und gleichmäßig und kann aufgebrochen werden. Ist der Ton nicht richtig zentriert, entsteht ein unregelmäßiges Gefäß, welches die weitere Verarbeitung erschwert.

Eine Vase erfordert eine andere Technik, als ein Teller oder eine Schüssel.

Nachdem dem Gefäß seine abschließende Form gegeben wurde, darf es bis zum lederharten Zustand trocknen. Dieser ist je nach verwendeter Tonmenge und Größe meist nach 1 – 2 Tagen erreicht. 

3. Abdrehen

Im lederharten Zustand kann das Gefäß ohne zu verformen angefasst und vorsichtig weiter verarbeitet werden.

Mit verschiedenem Werkzeug wird der überschüssige Ton entfernt und ein schöner Boden entsteht.

Nachdem das Stück im Boden signiert wurde, der Rand gesäubert und ggf. Verzierungen / Schnitzereien angebracht wurden, muss die Töpferware vor dem ersten Brand eine Woche trocknen.

4. Schrühbrand

Nachdem die Töpferware keine Feuchtigkeit mehr enthält, wird diese bei über 900 Grad ca. 10 Stunden das erste mal gebrannt.

Hierbei können die Stücke vorsichtig ineinander gestellt und gestapelt werden um den Platz im Ofen bestmöglich zu nutzen.

Solange der Ton nicht geschrüht wurde ist er zerbrechlich und kann jederzeit mit etwas Wasser zersetzt und wiederverwendet werden.

Der Schrühbrand ist wichtig um zu verhindern, dass die Stücke beim Glasieren zerfallen oder brechen.

5. Glasurvorbereitung

Ist der Ofen abgekühlt und ausgeräumt, werden ggf. grobe Stellen mit Schmirgelpapier geglättet und das Gefäß mit Wasser abgewaschen, um Staub und Dreck zu entfernen.

Da der Boden unglasiert bleibt, wird auf diesen ein Wachs aufgetragen, sodass die Glasur nicht haftet.

Vor dem Glasieren muss die Schrühwahre einen Tag trocknen, dass diese die Glasur annimmt.

6. Glasieren

Die Pulverglasuren müssen bereits vor dem Glasieren mit ausreichend Wasser angerührt werden.

Um das Farbergebnis nicht zu verfälschen, muss die Glasur immer wieder aufgerührt werden und die richtige Konsistenz haben, da sich die Glasurpartikel absetzen.

Dann werden die Stücke je nach Farbgebung in die verschiedenen Glasuren getaucht.

Vor dem Glasurbrand müssen die glasierten Stücke wieder einen Tag trocknen und können dann mit Abstand in den Ofen eingeräumt werden.

Der zweite Brand erfolgt bei über 1200 Grad ca. 10 Stunden, um die Glasuren auszuschmelzen und die Keramik dicht zu brennen. Somit sind auch unglasierte Stellen dicht gebrannt.

Nach dem Glasurbrand muss der Ofen langsam abkühlen, um Sprünge zu vermeiden. Dies dauert meist 1 – 2 Tage.

7. Nacharbeit

In den letzten Arbeitsschritten wird der Boden für ein sanftes und glattes Ergebnis mit Hand geschliffen, Glasuren getestet und die Stücke für den Verkauf vermessen und fotografiert.

8. Fleißarbeit Tonaufbereitung

Bei den ersten 3 Arbeitsschritten bleibt einiges an Ton übrig, z.B. beim Drehen mit Wasser der flüssige Tonschlicker, beim Abdrehen der überschüssige angetrocknete Ton und ab und an geht leider auch mal was Ungebranntes in die Brüche.

All das ist aber nicht verloren, sondern wird in Wasser aufgeweicht, vermischt und auf Gipsplatten zum Trocknen verteilt.

Ist das überschüssige Wasser nach 1 – 2 Tagen entwichen, muss der Ton viel und lange geknetet werden, da der aufbereitete Ton viel Luft enthält.

Dieser Prozess kann beliebig oft wiederholt werden, und durch die Aufbereitung entsteht fast kein Abfall.